Die Bilanz ist geradezu erschreckend. Die Kölner Polizei hat eine Unfallstatistik veröffentlicht, nach der rund 88 Prozent aller Unfälle mit E-Rollern selbstverschuldet sind.
Im Zeitraum Juni bis November 2019 seien rund 104 Verkehrsunfälle mit 109 Verletzten unter Beteiligung von E-Scootern aufgezeichnet worden. 24 Menschen hätten dabei schwere und 85 leichte Verletzungen erlitten.
Gründe für diese erschreckenden Zahlen gibt es mehrere:
Während Mofas mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h bereits eine entsprechende Fahrerlaubnis voraussetzen, gibt es bei E-Rollern in Deutschland keine Führerscheinpflicht. Und das, obwohl die Scooter nicht auf dem Gehweg, sondern lediglich auf der Straße oder auf Fahrradwegen betrieben werden dürfen. Darüber hinaus verfügen E-Scooter meist nicht über eine Blinkfunktion. Und das, obwohl das Anzeigen eines Richtungswechsels auf E-Rollern kaum gefahrlos möglich ist.
Wie das amerikanische Fachmagazin „Jama Surgery“ in einer Analyse erklärt, sind Unfälle mit E-Scootern besonders schwerwiegend:
Rund 27 Prozent aller Verletzungen aus E-Scooter-Unfällen sind demnach Brüche, 23 Prozent Prellungen sowie 14 Prozent Schnittwunden. Darüber hinaus gebe es eine deutlich erhöhte Anzahl an Schädel-Hirn-Traumata im Vergleich zu anderen Fortbewegungsmitteln. Ca. 40 Prozent aller untersuchten E-Scooter Verletzungen befänden sich im Kopfbereich. Um so wichtiger sei das Tragen eines E-Scooter-Helms, was jedoch nur bei rund 5 Prozent der untersuchten Patienten der Fall gewesen war.
Auch in Deutschland nehmen die Unfallzahlen von E-Rollern aufgrund der steigenden Beliebtheit weiter zu. Ab 2020 sind E-Scooter aus diesem Grund auch offizieller Bestandteil der Unfallstatistik.